Eduard Michael Kafka an Arthur Schnitzler, 7. 3. 1893

Kreiensen, den 7/III 1893.

Lieber Schnitzler,

bitte, wollen Sie die Güte haben, mir ein Ex. »Anatol« möglichſt umgehend nach München, oder beſſer nach Mannheim (Pfälzer Hof) ſenden. –
Es that mir ſehr leid, Sie vor einigen Tagen, als ich über Brünn u. Prag, ein paar Stunden in Wien weilte, nicht getroffen zu haben.
Man erzählte mir Trauriges von Fels; es war mir eine warme Freude, zu hören, daſs Sie ſich ſeiner nach Kräften annehmen. Bitte, ſchreiben Sie mir doch gütigſt ein paar Zeilen, wie es ihm geht, – oder, lieber, ſenden Sie mir seine Adreſſe; ich will, da ich ihm nun doch wol kaum mehr werde beſuchen können – vor meiner ſchwediſch-norwegiſchen Reiſe – gerne ein paar Zeilen an ihn richten.
Leben Sie recht wohl, lieber Freund, u. ſeien Sie herzlichſt gegrüßt
von Ihrem getreuen
EMKafka