Friedrich M. Fels an Arthur Schnitzler, [1. 1. 1893?]

Lieber Doktor Arthur! Das Verfehlen heute war mir sehr unangenehm; denn kaum waren Sie in der Reisnerstrasse, als ich hin kam. So konnte ich den eckelhalften Weg in die Leopoldstadt nicht verhindern. Natürlich hatte ich gleich eine kleine Freude, als mir der Alte eröffnete, wenn ich noch ein paar Tage krank und arbeitsunfähig sei, er genötigt sei, die Stelle aufzugeben. Also jetzt muss ich gesund sein. Wenn ich ich nur essen könnte? Große und wichtige Frage: darf ich baden?
Künftig werde ich, um bei meinen 70 fl zu bleiben, schon um zehn oder halb elf aufs Bureau kommen; Sie können also zu früherer Zeit kommen, vielleicht morgen?
Herzlichst
Fels
Das muss ich kriegen: 1. Appetit, 2. die Möglichkeit zu gehen, ohne umzufallen.
    Verfehlen]
    Vgl. A. S.: Tagebuch, 1. 1. 1893: »Bei Fels; verschlossene Thür. (Er krank.)«. Möglicherweise ist dieses undatierte Korrespondenzstück im Anschluss an dieses Ereignis verfasst.
    Reisnerstrasse]
    Hier befand sich die Redaktion der Allgemeinen Kunst-Chronik.